
Wenn man fragt, wohin man in Belém gehen soll, kommt fast immer die gleiche Antwort: zur Estação das Docas. Der Ort wurde Anfang der 2000er Jahre eröffnet und liegt im alten Hafenbereich der Stadt, direkt an der Bucht von Guajará. Auf 32.000 Quadratmetern gibt es drei große Hallen, genannt Boulevard 1, 2 und 3, jede mit einem eigenen Schwerpunkt: Kunst, Gastronomie sowie Messen und Ausstellungen.
Praça Batista Campos und Praça da República
Die Praça Batista Campos gilt als einer der schönsten Plätze Brasiliens und ist eine grüne Oase in der heißen Stadt Belém. Viele Menschen gehen hier morgens spazieren, während Reiher den Platz mit den Besuchern teilen. Mit seinem fast europäischen Flair bietet der Platz von jeder Seite ein schönes Fotomotiv. An den Wochenenden gibt es in der Umgebung oft ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit Blick auf den Platz, mit typischen Gerichten aus Pará wie Tapioka, frischen Säften und Früchten.



Feliz Lusitânia: das historische Herz von Belém
Der Komplex Feliz Lusitânia liegt im historischen Zentrum von Belém, im Viertel Cidade Velha. Hier findet man das Forte do Presépio, die Casa das Onze Janelas, die alten Häuser der Rua Padre Champagnat, die Kathedrale Catedral da Sé und das Museu de Arte Sacra. Alle Gebäude wurden restauriert und bilden heute ein sehr schönes historisches Ensemble.


Mangal das Garças: Natur mitten in der Stadt
Einer der schönsten Orte in Belém ist der Parque Mangal das Garças, am Ufer des Rio Guamá. Der ökologische Park wurde 2005 eröffnet und vereint mehrere Attraktionen: das Amazonas-Schifffahrtsmuseum, einen Vogelpark, den Leuchtturm von Belém, ein Schmetterlingshaus, einen Orchideengarten und das Restaurant Manjar das Garças.


Pólo Joalheiro: Kunsthandwerk in einem ehemaligen Gefängnis
Ein ungewöhnlicher, aber sehr interessanter Ort ist der Pólo Joalheiro, im Komplex Espaço São José Liberto. Das Gebäude war früher ein Gefängnis und beherbergt heute eine Kapelle, ein Kulturzentrum mit Kunsthandwerksverkauf, das Edelsteinmuseum von Pará und das Haus der Kunsthandwerker. Eine der alten Gefängniszellen wurde erhalten, um einen Eindruck vom früheren Zweck des Gebäudes zu geben. Der Eintritt ist kostenlos, und die Preise für das Kunsthandwerk sind oft sehr fair.
Parque Emílio Goeldi: ein Stück Regenwald in der Stadt
Der Parque Zoobotânico Emílio Goeldi wurde 1895 eröffnet und gilt als der älteste Park seiner Art in Brasilien. Auf gut 5 Hektar mitten im Zentrum von Belém findet man ein gut erhaltenes Stück amazonischer Regenwald, mit über 2.000 einheimischen Baumarten und mehr als 600 Tieren, viele davon vom Aussterben bedroht.
Im Park befindet sich auch das Museu Paraense Emílio Goeldi, eine der wichtigsten wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen zum brasilianischen Amazonasgebiet, gegründet vom Schweizer Naturforscher Émil August Goeldi. Der Park ist besonders an Wochenenden bei Familien beliebt und eignet sich hervorragend für einen Spaziergang mit Kindern.
Die Küche von Pará: ein Fest für die Sinne
Belém zu besuchen, ohne die lokale Küche zu probieren, wäre fast unmöglich, denn das Essen gehört zu den größten Attraktionen der Stadt. In der Estação das Docas lohnt sich ein Stopp bei der Brauerei Amazon Beer für ein kühles, hausgemachtes Bier, am besten zusammen mit frittierten Garnelenbällchen.
Eine weitere Besonderheit, die man unbedingt probieren sollte, ist Açaí mit gebratenem Fisch und Maniokmehl (Farinha). Anders als der süße Açaí, den man oft im Rest Brasiliens kennt, wird er hier herzhaft serviert, dick und cremig, als Begleitung zu salzigen Gerichten, eine echte Überraschung für den Gaumen. Auch die Coxinha de Unha de Caranguejo, eine kleine frittierte Teigtasche mit Krabbenfleisch, die oft an einer Krabbenschere geformt wird, gehört zu den typischen Köstlichkeiten der Region und ist ein beliebter Snack zwischendurch.


Für Nachtisch ist das berühmte Eis aus regionalen Früchten ein Klassiker, mit Sorten wie Cupuaçu, Tapioka und der Nuss Castanha do Pará. Wer ein authentisches Mittagessen sucht, findet in der Stadt zahlreiche Buffet-Restaurants mit großer Auswahl an Fisch- und Garnelengerichten, typisch für die amazonische Küche.
Wer noch tiefer in die Küche von Pará eintauchen möchte, sollte auch Maniçoba probieren, ein aufwendiges Gericht aus gemahlenen Maniokblättern, das mehrere Tage gekocht wird, sowie Pato no Tucupi, Ente in einer würzigen, gelben Sauce aus fermentiertem Manioksaft, beide gelten als wahre Schätze der amazonischen Tradition.
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👉 Praktische Informationen
Mangal das Garças: Dienstag bis Sonntag, 8 bis 18 Uhr. Eintritt frei, kostenpflichtige Bereiche ab etwa 9 Reais pro Attraktion oder Kombiticket für rund 15 Reais.
Parque Emílio Goeldi: kleine symbolische Eintrittsgebühr, Kinder bis 10 Jahre meist kostenlos.
Pólo Joalheiro: Eintritt kostenlos.
Estação das Docas: täglich geöffnet, besonders abends lebendig.
Hinweis: Preise und Öffnungszeiten können sich seit unserem Besuch geändert haben. Am besten vor der Reise die offiziellen Seiten der Attraktionen prüfen.



