ƒ Museu do Pontal: Brasilianische Volkskunst in Rio de Janeiro

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Museu do Pontal: Brasilianische Volkskunst in Rio de Janeiro

Eines der schönsten Erlebnisse meines letzten Besuchs in Rio de Janeiro war der Besuch im Museu do Pontal. Ich hatte noch nie von diesem Museum gehört und wusste nicht, was mich erwarten würde. Als ich ankam, war ich überrascht: ein ganzes Museum, das der brasilianischen Volkskunst gewidmet ist. Und die Geschichte dahinter macht es noch besonderer. 







Das Museum wurde von einem französischen Designer, Jacques Van de Beuque (1922-2000), gegründet. Er floh 1946 aus einem Zwangsarbeitslager in Deutschland und kam nach Brasilien. 1951 reiste er nach Recife, wo er Mestre Vitalino traf und dessen Kunst kennenlernte. Von diesem Moment an begann er, brasilianische Volkskunst zu sammeln, auf Reisen durch das ganze Land, über 45 Jahre lang. Das Ergebnis ist ein Archiv mit heute rund 9.000 Werken von 300 brasilianischen Künstlern. 



2021 zog das Museum in einen modernen Neubau in der Barra da Tijuca um, einem Viertel von Rio de Janeiro. Die Dauerausstellung erstreckt sich über rund 1.500 Quadratmeter und ist sehr gut organisiert. Die Werke sind nach Themen und Unterthemen geordnet: Arbeit, Religion, Feste, Freizeit, Lebenszyklus, Cangaceiros und Geflüchtete sowie ungewöhnliche Kunst. Es ist ein beeindruckendes Projekt, das die brasilianische Volkskunst bewahrt, anerkennt und sichtbar macht. 




Alles ist sehr spielerisch gestaltet. Zwischen den Exponaten gibt es Installationen, wo man interagieren, Musik hören und mehr über die reiche brasilianische Kultur lernen kann. Für mich, die ich aus dem Nordosten Brasiliens komme, war es sehr bewegend, so viele Künstler aus meiner Heimatregion mit ihren Werken ausgestellt und anerkannt zu sehen. Und das alles dank der Initiative eines Franzosen, der einst aus Deutschland floh und in Brasilien eine neue Heimat fand. 

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Praktische Informationen

Museu do Pontal | Av. Célia Ribeiro da Silva Mendes, 3300, Barra da Tijuca, Rio de Janeiro

Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17:30 Uhr)

Eintritt: Kostenlos. Eine freiwillige Spende von R$ 20 wird empfohlen, um das Museum zu unterstützen.

Tipp: Es wird empfohlen, den Besuch vorab über die Plattform Sympla zu planen und zu reservieren.
Rapha Aretakis

Viajante e sonhadora em tempo integral. Edito, escrevo e fotografo para o Raphanomundo desde 2010. Nascida no Recife, criada para o mundo, vivendo na Alemanha.

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