ƒ Salvador und Praia do Forte: ein Wochenende in Bahia, Brasilien

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Salvador und Praia do Forte: ein Wochenende in Bahia, Brasilien

Salvador, die Hauptstadt von Bahia, ist eine der lebendigsten und geschichtsreichsten Städte Brasiliens. Nur eine Stunde nördlich davon liegt Praia do Forte, ein charmantes Dorf direkt am Meer. Beide Orte lassen sich wunderbar an einem Wochenende kombinieren, mit Geschichte, Kultur, gutem Essen und traumhaften Stränden. 







Samstag: Salvadors historisches Zentrum

Der Tag begann auf der Praça Cairu, in der Unterstadt (Cidade Baixa). Von dort fährt der berühmte Elevador Lacerda, der erste städtische Aufzug der Welt, hinauf zur Oberstadt (Cidade Alta). Der Aufzug wurde vor einigen Jahren komplett renoviert und ist heute moderner als früher. Die Fahrt kostet nur ein paar Cent, wirklich symbolisch.

Von oben hat man einen klassischen Blick auf den Mercado Modelo, das Forte de São Marcelo, auch als Forte do Mar bekannt, und die Baía de Todos os Santos, die zweitgrößte Bucht der Welt. Von der Praça Tomé de Souza aus lohnt sich ein Spaziergang ohne festes Ziel, an jeder Ecke gibt es ein schönes Fotomotiv und eine interessante Geschichte. Auf dem Weg sieht man beeindruckende Kirchen, wie die Ordem Terceira de São Francisco

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Der Höhepunkt des historischen Zentrums ist der Largo do Pelourinho, das bekannteste Postkartenmotiv von Salvador, mit seinen barocken Kirchen und den bunten Häuserfassaden. Heute wirkt das Viertel deutlich organisierter und sicherer als noch vor einigen Jahren, mit vielen Touristen, die sich entspannt mit ihren Kameras durch die Gassen bewegen. 




Ein besonderer Geheimtipp ist der Solar do Unhão, ein historischer Gebäudekomplex am Meer, in dem heute das Museu de Arte Moderna da Bahia untergebracht ist. Dort gibt es auch ein charmantes Café direkt am Wasser, ein perfekter Ort, um den Sonnenuntergang zu genießen. Wer Zeit hat, sollte sich für diesen Ort etwas mehr Ruhe nehmen. 




Zum Mittagessen lohnt sich ein Besuch in einem der vielen Fischrestaurants der Stadt, mit Gerichten wie Ensopado de Peixe (Fischeintopf) mit Garnelen, einer der typischsten Spezialitäten Bahias. Die Küche hier ist reichhaltig, würzig und macht süchtig. Wenn der Nachmittag sich dem Ende zuneigt, ist es in Bahia, besonders in Salvador, Tradition, einen Acarajé zu essen, eine Spezialität afrikanischen Ursprungs, direkt von den Straßenständen der sogenannten Baianas, Frauen in traditioneller weißer Kleidung, die diese Köstlichkeit seit Generationen zubereiten. 




Bahia hat die größte afrikanische Bevölkerung außerhalb Afrikas und bewahrt dieses Erbe wie kaum ein anderer Ort in Brasilien, in der Musik, der Religion, der Sprache und natürlich in der Küche. Der Acarajé ist dafür ein perfektes Beispiel: ein kleiner Kloß aus Bohnenpüree, in Palmöl frittiert, gefüllt mit Garnelen, Gemüse, Vatapá und Pfeffer, ein Geschmack, der direkt aus Westafrika nach Brasilien kam und bis heute lebendig ist.

Sonntag: die Vila von Praia do Forte

Praia do Forte liegt etwa 60 Kilometer nördlich von Salvador, an der sogenannten Costa dos Coqueiros. Das kleine Dorf hat sich in den letzten Jahren stark verändert: aus einfachen Sandstraßen wurde eine charmante, gepflegte Fußgängerzone mit Geschäften, Restaurants und Pousadas. 

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Der erste Stopp war die Capela de São Francisco de Assis, eine kleine Kirche aus dem Jahr 1900, die mit dem Meer im Hintergrund ein wunderschönes Bild ergibt. In der Nähe befindet sich auch das Besucherzentrum des Projekts TAMAR, das sich dem Schutz von Meeresschildkröten widmet, besonders empfehlenswert für Familien mit Kindern. 


Ein absolutes Muss in der Vila ist eine Pause im Bar do Souza für ein kaltes Bier und die berühmten Bolinhos de Peixe, kleine frittierte Fischbällchen. Sie gehören zu den besten, die man in der Region probieren kann.

Zum Mittagessen empfiehlt sich eine Moqueca, der typische bahianische Fischeintopf mit Kokosmilch und Dendê-Öl, serviert mit Pirão, Reis und Farofa. Viele Restaurants in der Vila bieten diese Spezialität in ausgezeichneter Qualität an, perfekt zum Teilen zwischen mehreren Personen. Zum Nachtisch lohnt sich eine echte Cocada, ein sehr süßes Kokosconfekt, das man fast an jeder Ecke der Vila von Straßenverkäuferinnen kaufen kann. 




Castelo Garcia D'Ávila: eine Reise in die Kolonialzeit

Nicht weit von der Vila entfernt liegt der Castelo Garcia D'Ávila, auch Casa da Torre genannt, die einzige Burg im mittelalterlichen Stil in ganz Amerika. Der Bau begann 1551 und gilt als das erste große portugiesische Gebäude in Brasilien.

Die Ruinen wurden in den letzten Jahren aufwendig restauriert. Es gibt heute ein modernes, interaktives Museum mit archäologischen Funden, Videos und digitalen Installationen, die die Geschichte des Ortes lebendig erzählen. Vom obersten Punkt der Anlage hat man einen beeindruckenden 360-Grad-Blick über die Küste, von dem aus früher anlandende Schiffe beobachtet wurden. 




Der Besuch dauert etwa anderthalb bis zwei Stunden und ist besonders am späten Nachmittag empfehlenswert, wenn die Sonne langsam untergeht und der Himmel über dem Meer in warmen Farben leuchtet, ein wirklich unvergesslicher Moment zum Abschluss des Wochenendes.

👉Praktische Informationen

Elevador Lacerda: verbindet Cidade Alta und Cidade Baixa in Salvador, Fahrpreis nur symbolisch (wenige Cent), kürzlich modernisiert.

Castelo Garcia D'Ávila: Avenida do Farol, 1540, Praia do Forte, Mata de São João. Geöffnet von Dienstag bis Sonntag, etwa 10 bis 17 Uhr. Eintritt rund 50 Reais (Vollpreis) bzw. 25 Reais (ermäßigt).

Anreise: Praia do Forte liegt etwa 60 km von Salvador entfernt, gut mit dem Auto über die Estrada do Coco (BA-099) erreichbar, oder per Reisebus von der Stadt.

Hinweis: Preise und Öffnungszeiten können sich seit unserem Besuch geändert haben. Am besten vor der Reise direkt auf den offiziellen Webseiten prüfen.



Rapha Aretakis

Viajante e criadora de conteúdo em tempo integral. Escrevo, edito e fotografo o Raphanomundo desde 2010, com trabalhos para marcas e veículos de turismo. Nascida no Recife, criada para o mundo, hoje brasileira alemã.

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